Fehler vermeiden
10 Dinge, die du bei deinen Finanzen nicht tun solltest
von Bastian Hörbelt · 1. Mai 2026
Ich spreche täglich mit Menschen meiner Generation über ihre Finanzen. Und ich sehe dieselben Fehler immer wieder. Keine Vorwürfe — niemand bringt einem das bei. Aber diese 10 Dinge kosten dich langfristig richtig viel.
1. Zu lange warten, bis "der richtige Zeitpunkt" kommt
Den gibt es nicht. Wer auf den richtigen Zeitpunkt wartet, wartet meistens bis zum Rentenalter. Der Zinseszins liebt Zeit — jedes Jahr, das du wartest, kostet dich mehr als du denkst.
2. Die BU unterschätzen oder ignorieren
Zwischen jedem Vierten und jedem Sechsten wird im Laufe des Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig — gerechnet, nicht abstrakt. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht für die meisten nicht zum Leben. Wer das Thema vor sich herschiebt, riskiert seinen Lebensstandard mittendrin. Auch wer am Ende zu dem Schluss kommt, keine BU zu brauchen, sollte diese Entscheidung einmal fundiert getroffen haben — möglichst früh.
3. Auf Garantien vertrauen
Bei einer Rentenversicherung über 30+ Jahre ist „Garantie" oft das teuerste Wort im Vertrag. Sie zwingt den Versicherer in konservative Anlagen, kostet Rendite, und schützt nur Nominalwerte — Inflation ist nicht abgedeckt. Was sich nach Sicherheit anfühlt, ist bei langen Laufzeiten meist ein stilles Renditeloch.
4. Nur auf die gesetzliche Rente setzen
Das Rentenniveau sinkt seit Jahren. Wer heute 30 ist, wird im Rentenalter mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Lücke von mehreren hundert Euro monatlich haben. Wer das ignoriert, trifft eine aktive Entscheidung — nur eine schlechte.
5. Keine Haftpflichtversicherung haben
Kostet 50–100 Euro im Jahr. Deckt Schäden, die schnell sechsstellig werden können. Trotzdem haben rund 30% der Deutschen keine. Keine Entschuldigung.
6. Finanzprodukte kaufen, die du nicht verstehst
"Das hat mir der Berater empfohlen" ist keine Strategie. Wenn du nicht in einem Satz erklären kannst, warum du ein Produkt hast, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du das falsche hast.
7. Einen Vertreter mit einem Makler verwechseln
Ein Vertreter bei einer Bank oder einem Versicherer ist dessen Mitarbeiter — er verkauft, was sein Arbeitgeber im Sortiment hat. Ein Makler ist dem Kunden verpflichtet. Das ist kein Marketing, das ist Gesetz (§ 34d GewO).
8. Kein Notgroschen aufgebaut haben
Zwei bis drei Monatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto. Nicht in ETFs, nicht in Krypto — liquide und verfügbar. Wie viel genau, hängt von deiner Lebenssituation ab: Single mit Mietwohnung kommt mit weniger aus als Familie mit Eigentum. Aber bevor du mit Investieren anfängst, brauchst du das als Fundament. Sonst verkaufst du im schlechtesten Moment.
9. Versicherungen nie zu überprüfen
Lebenssituation verändert sich — Heirat, Kind, Eigentum, neuer Job. Die meisten Versicherungsverträge werden einmal abgeschlossen und nie wieder angeschaut. Dabei können sich Bedarf und Konditionen deutlich verändert haben.
10. Über Geld nicht reden
Finanzen sind in Deutschland ein Tabu. Das kostet uns als Gesellschaft enorm viel. Wer nicht über Gehalt, Rente, Absicherung redet, kann keine informierten Entscheidungen treffen. Ich glaube, dass finanzielle Bildung Zugangsgerechtigkeit schafft — und deswegen schreibe ich das hier auf.
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